Dr. Reinold Hagen Stiftung

Stand: 29.04.2017
URL: http://www.hagen-stiftung.de/index.php?id=482&no_cache=1&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=185&cHash=c6d806e2fbe24346f6b711a66f969c0b

News
Startseite  /  News  /  News Einzelansicht
04.04.2017

Wie lässt sich bei Kunststoffbehältern Material einsparen?

Kompetenzzentrum Kunststoff trifft sich bei Feuerherm in Troisdorf

Kunststoffbehälter sind innen hohl und nehmen meistens Flüssigkeiten auf. Der Fachmann nennt diese Behälter „Kunststoff-Hohlkörper“. Schon die Herstellung ist schwierig und sehr kompliziert. Und dort Material einsparen? Bei hohlen Körpern? Man sollte meinen, das sei ein sinnloses Unterfangen. Doch weit gefehlt! In Troisdorf gibt es ein Unternehmen, das sich gerade auf die Optimierung der Dicke (der „Außenhaut“) von Hohlkörpern spezialisiert hat: Firma Feuerherm im Industriegebiet Speestraße neben der Mannstaedt GmbH. PWDS® (Partielle Wanddickensteuerung), SFDR® (Statisch Flexibel Deformierbarer Ring) und WDLS (Wanddicken Lagen Steuerung) heißen die Produkte, mit denen Feuerherm Weltmarktführer ist. Denn: Weltweit sind dies die effektivsten Technologien für radiale Wanddickensysteme für blasgeformte Kunststoff-Hohlkörper. Einfach gesagt sorgen die Feuerherm-Produkte dafür, dass der Kunststoff im Produktionsprozess genau dort hingeführt wird, wo er gebraucht wird. Beispiel: Ein Unternehmen stellt Wasserkanister aus Kunststoff her. In der Planung stellt sich heraus, dass die Wanddicke des Kanisters nicht überall gleich stark sein muss. Es gibt Regionen des Kanisters, wo die Außenhaut des Kanisters dicker sein soll, weil hier besondere Stabilität gefragt ist, aber an den anderen Stellen kann er dünner sein, weil dort eine geringere Belastung im späteren Gebrauch vonnöten ist. Die Erfindung von Feuerherm sorgt nun dafür, dass der Kunststoff genau in der richtigen Menge dort hin gelangt, wo er hin soll. Nicht zu dick, um Material zu sparen, aber auch nicht zu dünn, um die Funktionsfähigkeit nicht zu gefährden. Dann wäre es ein mangelhafter Kunststoffbehälter und wäre nicht verkaufsfähig. Mit seiner bahnbrechenden Erfindung legte Harald Feuerherm 1977 den Grundstein für das Unternehmen, das heute von drei Generationen geführt wird und insgesamt rund 15 Mitarbeiter beschäftigt. Um weitere Verbesserungspotenziale zu ermöglichen und neue Märkte zu erschließen, haben die Firma Feuerherm und die Dr. Reinold Hagen Stiftung aus Bonn-Holzlar ein gemeinsames Forschungsprojekt durchgeführt „MatRes – Material- und Ressourcenschonung für blasgeformte Hohlkörper mit Volumen kleiner drei Liter“. Das Projekt nahm teil am Wettbewerb „CheK.NRW“ und wurde mit Mitteln des Landes NRW unterstützt. Dr. Olaf Bruch, der das Projekt als Vertreter der Hagen Stiftung begleitete, stellte auf dem Netzwerktreffen die Hagen Stiftung und deren Schwerpunkte vor. Reich bebildert und anschaulich erläutert, beschrieb er in seinem Vortrag die Problemstellung, die Funktionsweise der Dickensteuerung und das gemeinsame Vorgehen im dreijährigen Forschungsprojekt. „Wir führten zum Schluss des Projektes einen erfolgreichen Test mit dem neuen PWDS® durch, welcher bedeutsame Materialeinsparungen belegte“, resümierte Dr. Bruch seinen Vortrag. Ebenso positiv sah die Firma Feuerherm die Zusammenarbeit und die Ergebnisse. Max Feuerherm: „ Wir konnten aus den Erkenntnissen des Projektes ein neues, kleines PWDS® entwickeln, dass ähnliche Einsparungen erlaubt wie unsere größeren Standardanwendungen. Es war zwar ein großer Aufwand, aber der hat sich gelohnt. Wir hatten eine sehr gute Unterstützung durch die Dr. Reinold Hagen Stiftung, eine tolle Zusammenarbeit mit der NRW.Bank und für uns war es besonders betriebswirtschaftlich interessant.“ Erstaunlich waren bei diesem schwierigen Thema die intensiven Diskussionen und fundierten Fragen der Netzwerkbesucher nach den Vorträgen. Dazu Pauline Rothstein, Troisdorfer Wirtschaftsförderung (TROWISTA): „Bemerkenswert waren sowohl die technisch fundierten Antworten der drei Generationen Feuerherm auf schwierige Fachfragen, als auch auf einfache Fragen von Nicht-Fachleuten. Sehr erfreulich war das Interesse der Lokalpolitik an den Troisdorfer Unternehmen.“


 

Downloads

Zu dieser Meldung sind keine Downloads vorhanden.

Ansprechpartner

Photo of Olaf  Bruch

Leiter Forschung & Entwicklung, Hagen Engineering GmbH
Tel.: 0228 9769-315
Fax.: 0228 9769-500

© 2009 - 2017 Dr. Reinold Hagen Stiftung